Von Uwe Albrecht, Bürgermeister für Wirtschaft und Arbeit der Stadt Leipzig

Leipzig ist eines von zwölf deutschen Digital Hubs. Im April 2017 hat Leipzig zusammen mit Dresden den Zuschlag im Rahmen der Initiative. des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erhalten. Erklärtes Ziel des Programmes ist es, Deutschlands Stärken als führende Industrienation mit vorhandenem, qualitativ hochwertigem Know-how hervorzuheben und das Land so zu einer Alternative für Gründer, Investoren und Fachkräfte aus aller Welt werden zu lassen. Mit dem Rückenwind als Digital-Hub-Standort können wir die herausragende Entwicklung, die Leipzig in den vergangenen Jahren bezüglich unternehmerischer Erfolge und wissenschaftlicher Spitzenleistungen vollzogen hat, weiter ausbauen und die Internationalität Leipzigs stärken. Der besondere Fokus des Leipziger Smart Infrastructure Hub liegt auf den Bereichen Energie in Verbindung mit deren umweltfreundlicher Erzeugung und Nutzung, Smart-City-Ansätzen in einer vernetzten, intelligenten Stadt sowie auf dem Bereich der digitalen Gesundheitsversorgung.

Leipzig hat sich als Energiemetropole bereits fest etabliert. Der Betrieb virtueller Kraftwerke und Handel mit Energie bilden die Grundlage erfolgreicher nationaler und internationaler Geschäftsmodelle. Die Erfahrungen aus dem Strukturwandel werden in den Smart Infrastructure Hub eingebracht. Eine wichtige Aufgabe besteht in der Vernetzung von etablierten und jungen Unternehmen zur Realisierung von Pilotprojekten.

Für neu gegründete Unternehmen sind ergänzende Büroflächen mit gemeinsam nutzbaren Werkstätten und Wohnbereichen auf dem Gelände der Baumwollspinnerei geplant. Ein im Aufbau befindlicher Venture-Capital-Fonds soll Kapital für die Startphase der Unternehmensgründung bereitstellen.

Die in Leipzig vorhandene Spitzenforschung in den Bereichen Energiewirtschaft, Energietechnik, Stadtplanung sowie der Umweltforschung soll um digitale Kompetenzen ergänzt und durch ein hochschulübergreifendes Kompetenzzentrum für Digitale Energiewirtschaft und Smart City besser vernetzt werden. Die SpinLab Accelerator GmbH wird als regionale Koordinierungsstelle, der so genannten Hub-Agency, fungieren.

Ich bin davon überzeugt, dass wir unsere wachsende Stadt Leipzig zusammen mit den Partnern und unter Einsatz modernster Technologien fit für die Zukunft machen und die Region im globalen Wettbewerb gut positionieren werden. (Aus dem Grußwort zum 11. Expertentreffen

Energiemetropole Leipzig) Leipzig investiert in die Zukunft

Erklärung des Vorstand des Netzwerk Energie & Umwelt e. V.

Die Ära heilsbringender qualmender Schornsteine ist endlich. Heute wird die Zukunft durch die „Digitalisierung“ propagiert. Handelt es sich dabei nicht nur um eine nahezu vorbestimmte Fortsetzung des Automationsprozesses in entwickelten Volkswirtschaften?

Oder steht der Begriff „Digitalisierung“ im Kern für den Einzug neuer Denk- und Handlungsmodelle in unserem Leben? Neben den materiellen Investitionen geht es womöglich auch um die Investition in die Köpfe der Menschen, die die wesentliche Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg sowie Lebensqualität sind und bleiben.

 

Deshalb widmet sich das diesjährige Expertentreffen der Energiemetropole Leipzig weniger technischen Fragenstellungen, sondern eher denen:

·       Wie finden in Zukunft kluge Ideen neue Wege zur Investition?
·       Wer sind und was macht der Unternehmer von morgen mit den Unternehmen von heute?
·       Wie sichert sich die Wissensgesellschaft ihre Grundlage?

 

Das 11. Expertentreffen „Energiemetropole Leipzig“ gibt Antworten auf diese Fragen und wird Raum für Austausch und Diskussionen bieten. Diskutieren Sie also mit, denn jetzt werden die komplexen Dienstleistungen im Energie-, Umwelt- und Mobilitätssektor neu gestaltet und somit die Zukunft der Energiemetropole Leipzig neu geschrieben.

 

Das Expertentreffen, welches jährlich als Höhepunktveranstaltung des Netzwerkes Energie & Umwelt e. V. (NEU e. V.) in Kooperation mit dem Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig veranstaltet wird, spiegelt das vielfältige und lebendige Miteinander in Leipzig und der Region wider.

Auch in den Folgejahren profitieren Mitglieder des Netzwerkes im besonderen Maße davon. Das Netzwerk mit derzeit acht Clusterteams sowie spezialisierten Arbeitsgruppen mit verschiedenen Themenschwerpunkten aus dem Energie- und Umweltsektor, bilden die Basis für gemeinsame Projektarbeit und Fachkommunikation. Der Transfer von Wissen und Fachkräften zwischen den Hochschulen und Unternehmen wird jährlich mit einer Veranstaltungsreihe „Energiecluster trifft Wissenschaft“ erfolgreich praktiziert.

Veranstaltungen zur „Internationalisierung“ – im Rahmen der „Leipziger Kamingespräche“ des NEU e. V. – vernetzen international orientierte Unternehmensaktivitäten mit Unternehmen und der Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig.

Beim bundesdeutschen sowie internationalen Auftritt Leipzigs als „Digital Hub – Smart Infrastructure“ wird der NEU e. V. selbstverständlich für die hiesigen Unternehmen hinsichtlich der Markterweiterung und auf Projektebene aktiv sein und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Ganz praktisch wird es, wenn das Netzwerk seine Mitglieder bei der Suche nach geeigneten Fachkräften, Projektpartnern oder Fördermitteln unterstützt.

 

Warum das Ganze?

Der Verein hat sich der Förderung von Unternehmen vor Ort sowie der Erhöhung der Wertschöpfung für die Unternehmen der Region und deren Kommunikation untereinander verschrieben.

Im hochkarätigen Wirtschafts- und Wissenschaftsbeirat werden Strategien und Projekte diskutiert und bewertet sowie Anliegen des Netzwerkes aufgegriffen und auch auf politische Entscheidungsebenen gehoben. Es lohnt sich also, im Netzwerk Mitglied zu sein, mitzumachen und die Zukunft mitzugestalten. Der Vorstand und die Geschäftsstellenleiterin des NEU e. V. stehen Ihnen für ein persönliches Gespräch gern zur Verfügung.

(Erklärung zum 11. Expertentreffen Energiemetropole Leipzig)

 

 

 

KONTAKT

www.energiemetropole-leipzig.de

Leipziger Stadtwerke errichten dezentrale Energiestationen

 

Die Leipziger Stadtwerke errichten vier dezentrale Energiestationen, so genannte Blockheizkraftwerke (BHKW), an eigenen Standorten in Leipzig. „Wir investieren in diese Anlagen insgesamt 8,8 Millionen Euro – und damit in die Versorgungssicherheit der Leipziger und in eine höhere Flexibilität sowie Wirtschaftlichkeit unseres Erzeugerparks“, erklärt Karsten Rogall, Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke. Bis zum Jahresende sollen die Energiestationen errichtet werden und ab 2018 die Strom- und Wärmeversorgung Leipzigs ergänzen.

 

Die Energiestationen arbeiten in Kraft-Wärme-Kopplung mit einem sehr hohen Gesamtwirkungsgrad von ca. 90 Prozent und stellen verbrauchsnah gleichzeitig Strom und Wärme bereit. So wird die eingesetzte Primärenergie effizient ausgenutzt. Jede der Energiestationen verfügt über eine thermische und eine elektrische Leistung von je zwei Megawatt. Diese Leistung ist ausreichend, um rein rechnerisch 400 Haushalte neu an das Fernwärmenetz anzuschließen und den Strombedarf von rund  9.000 Leipziger Haushalten zu decken.

Eingebaut werden die Anlagen schallgeschützt in ehemalige Umformerstationen. So sorgen die Stadtwerke dafür, dass die Energiestationen im Quartier zu den ruhigen Nachbarn gehören werden. „Außerhalb der Gebäude werden unsere Energiestationen weniger wahrnehmbar sein, als ein Kühlschrank“, so Rogall.

 

Die Energiestationen sind ebenso effizient wie flexibel und in der Lage, dringend benötigte Regelenergie, also kurzfristig verfügbaren Strom, zu liefern. Mit diesem kann die schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien im Netz ausgeglichen und der wirtschaftliche Betrieb der Anlagen unterstützt werden.

 

„Leipzig erlebt gerade eine zweite Gründerzeit“, sagt Johannes Kleinsorg, Sprecher der Stadtwerke-Geschäftsführung. „Unser Ziel ist es, die sichere Energieversorgung der wachsenden Stadt zukunftsweisend, ressourcenschonend und gemeinsam mit den Leipzigern zu gestalten.“ Dabei setze das Unternehmen gezielt auf eine intelligente und technologieoffene Verknüpfung von effizienten konventionellen und erneuerbaren Energien. „Die Energiewende muss wesentlich konsequenter dezentral gestalten werden – mit einem Transformationsprozess, bei welchem sich wirtschaftliches Wachstum und ökologische Weitsicht nicht ausschließen, sondern bestenfalls befördern“, fordert Kleinsorg.

 

KONTAKT

www.l.de/stadtwerke

www.ernergiemetropole-leipzig.de

 

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Dezentrale BHKWs unterstützen künftig den weiteren Ausbau der Fernwärme der Leipziger Stadtwerke und tragen zur stabilen und sicheren Versorgung bei

Quelle: © LVV

Gespräch zu 10 Jahre VFG Leipzig e.V. mit Vorstandsmitglied Prof. Dr. Wolfgang E. Fleig

Aus welchen Gedanken heraus wurde vor 10 Jahren der Verein zur Förderung der Gesundheitswirtschaft in der Region Leipzig gegründet?

Leipzig ist ein Gesundheitsstandort mit langjähriger Tradition. Die Gründung der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig geht bereits auf das Jahr 1415 zurück. Unser Ziel vor 10 Jahren war es, die regionalen Träger aus der Gesundheitswirtschaft sowie angrenzender Bereiche besser miteinander zu verzahnen und gemeinsam, innovative, nachhaltige Projekte voranzutreiben. Kurz gesagt: Wir wollten das Potenzial des Gesundheitsstandortes Leipzig aktiv fördern und den weiteren Ausbau starker regionaler Versorgungsstrukturen mit „Vorbildcharakter“ voranbringen.

Wie setzt sich die Mitgliedschaft zusammen? Hat es da tendenzielle Veränderungen gegeben und welchen Umständen sind sie geschuldet? Wie sieht die Mitgliederentwicklung zahlenmäßig aus?

Bei unseren derzeit 35 Mitgliedern handelt es sich um eine „gute Mischung“. Vornehmlich setzt sich diese aus Vertretern der Gesundheitswirtschaft und Dienstleistern zusammen. Hierzu zählen u. a. Kliniken, Krankenkassen und Pflegeeinrichtungen. Eine weitere wichtige Gruppe sind jedoch auch Unternehmen, die nicht in erster Linie aus dem Gesundheitssektor stammen. Somit sind wir interdisziplinär aufgestellt und haben die Möglichkeit auch mal über den „Tellerrand“ hinaus zu blicken. Wir freuen uns, dass unser Verein eine stetig steigende Mitgliederzahl verzeichnet. Unser großer Dank gilt unseren Mitgliedern, welche die Vereinsarbeit unterstützen und mitgestalten. Ohne ihre Visionen und innovativen, kreativen Ideen wäre unser Erfolg nicht möglich.

Das „Leipziger Forum Gesundheitswirtschaft“ ist das wichtigste und öffentlichkeitswirksamste Projekt des Vereins …

Die jährlich stattfindende Veranstaltung ist im Laufe der Zeit zu einer festen Größe der Region herangewachsen und wird nicht nur von Gesundheitsexperten hoch geschätzt. Die Teilnehmer nutzen dieses wichtige Branchentreffen, um Kontakte über die Grenzen der jeweiligen Fachgebiete hinaus zu knüpfen und miteinander konstruktive Diskussionen zu führen. Leitthema des diesjährigen Forums waren die „Anforderungen neuer Versorgungsstrukturen im Zuge der demografischen Entwicklung sächsische Antworten auf infrastrukturelle und technische Fragen“.

Welche Projekte würden Sie rückblickend auf die zehnjährige Vereinsarbeit außerdem hervorheben wollen?

Hervorzuheben ist das im vergangenen Jahr stattgefundene 9. Leipziger Forum Gesundheitswirtschaft. Hier rückte der VFG Leipzig e. V. ein ganz sensibles Thema in den Mittelpunkt: „Waisen der Medizin“. Damit gemeint sind seltene Erkrankungen und Erkrankungen mit besonders schwerer Verlaufsform. Immerhin leiden in Deutschland rund vier Millionen Menschen an seltenen Erkrankungen. In unserer Gesellschaft wird dieses wichtige Thema eher tabuisiert. Der hohe Stellenwert des Themas zeigt sich auch durch den am 28. August 2013 vom Bundeskabinett verabschiedeten „Nationalen Aktionsplan für Menschen mit Seltenen Erkrankungen“. Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist das regionale Pilotprojekt „Prävention von Mangel und Unterernährung im Alter im ländlichen Raum Sachsen“ aus dem Jahr 2013, welches in der Konzeptentwicklungsphase durch das BMBF gefördert wurde. Ziel des Projektes ist es, den ernährungsbedingten Gesundheitszustand älterer Menschen im häuslichen Umfeld zu verbessern. Dies soll durch die Vernetzung regionaler Gesundheitsakteure des stationären und ambulanten Bereichs erreicht werden. Das Projekt wurde durch den Forschungsverbund Public Health der Medizinischen Fakultät der TU Dresden* in Zusammenarbeit mit dem VFG Leipzig e. V., der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sowie dem Klinikum St. Georg konzipiert.

Wo will der Verein in den nächsten 10 Jahren hin? Welche Projekte und Herausforderungen stehen an?

Gesundheit ist das wichtigste Gut für die Menschen – dafür macht sich der Verein seit seiner Gründung stark und wird diesen Ansatz auch in Zukunft weiterverfolgen. Dabei steht sowohl der Ausbau der Vernetzung als auch die Entwicklung innovativer, zukunftsweisender Projekte im Fokus. Ein weiterer Baustein wird die Organisation themenspezifischer Veranstaltungen sein, welche die Gesellschaft für „brisante“ Themen sensibilisieren sollen. Beispiele hierfür sind u.a. die Folgen des demografischen Wandels für die Gesellschaft und die Gesundheitswirtschaft oder der Stellenwert des 2. Gesundheitsmarktes.

Ist die Fokussierung – auch im Vereinsnamen – auf die „Region Leipzig“ noch zeitgemäß?

Die Vereinsmitglieder sind in der Mehrzahl durch überregional geschäftliche Aufstellung so erfolgreich. Leipzig – verbunden mit der „Region Leipzig“ – hat als Gründungstätte einen besonderen Stellenwert für den VFG Leipzig e.V. Erst durch hiesige Förderer und Unterstützer war es möglich, den Verein dorthin zu bringen, wo er heute steht. Wir sehen in der überregionalen Vernetzung einen wichtigen Schritt, um zukünftigen Herausforderungen im Bereich der Gesundheitswirtschaft begegnen zu können. Alles andere wäre auch nicht mehr zeitgemäß. Wir wollen mit unseren Mitgliedern „Dinge bewegen“, die der Gesellschaft zu Gute kommen. Dies ist nur in einem starken, überregionalen Verbund möglich.

 

Die Fragen stellte Moritz Jähnig 

Die neue Kontaktstelle Kreativwirtschaft Leipzig

Die Medien- und Kreativwirtschaft in Leipzig wächst seit Jahren und gehört somit zu einem der wichtigsten Wirtschaftsclustern der Stadt. Seit 2005 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in diesem Bereich um 20 % auf knapp 28.000 gestiegen. Fluch und Segen der Branche ist ihre Kleinteiligkeit und Diversität.

Sieben Subbranchen spiegeln Clustervielfalt

Denn unter dem Dach der Kreativwirtschaft tummeln sich sieben Subbranchen. Die Bandbreite reicht dabei vom Webprogrammierer über Filmemacher bis hin zum Möbeldesigner oder Musiker.

Dass jede Subbranche ihre eigenen Besonderheiten hat, weiß auch die neue Kontaktstelle Kreativwirtschaft, Elisabeth Hauck. Sie arbeitet seit April beim Amt für Wirtschaftsförderung im Team Medien- & Kreativwirtschaft. Hauck selbst kommt aus der Filmbranche, hat aber auch Theatererfahrung und im Literaturbereich gearbeitet: „Für meinen Einstieg war es gut, dass ich zumindest in einigen der Subbranchen mal gearbeitet habe“, erklärt die junge Frau im Gespräch, in dessen Verlauf man schnell merkt, dass sie mittlerweile mit allen Bereichen ganz gut vertraut ist.

Entstanden ist die neue Kontaktstelle aus dem EU-Projekt Creative Cities heraus. Von 2010 bis 2013 hat die Stadt Leipzig zusammen mit den Städten Ljubljana (Slowenien), Danzig (Polen), Genua (Italien) und Pécs (Ungarn) Best Practices verglichen und Bedarfe der Kreativwirtschaft vor Ort ausgelotet.

In diesem Rahmen wurde schon einmal eine Anlaufstelle für die Kreativen geschaffen. Das Feedback war gut und die Nachfrage hoch, so dass die Stadt beschloss, dies fortzuführen.

Beratung zu Mittelstandsförderprogramm

Mit der neuen Kontaktstelle ist nun eine langfristige Lösung geschaffen worden, die eine dauerhafte Anlaufstelle für alle Kreativen der Stadt bietet.

Im Vordergrund der Arbeit steht die Erstberatung für Existenzgründer, Bestandsunternehmen und Ansiedlungen in Leipzig.

Zudem berät Elisabeth Hauck zum seit Herbst 2013 laufenden Mittelstandsförderprogramm der Stadt Leipzig. Mit unterschiedlichen Maßnahmen unterstützt die Stadt mit dem Programm kleine und mittelständische Unternehmen.

Als erste Anlaufstelle für alle Belange der Kreativen ist auch die Vermittlung zu anderen Institutionen und Ämtern der Stadt Teil von Elisabeth Haucks Job: „Wenn jemand zum Beispiel wissen will, an wen man sich wenden muss, wenn man als Kreativort ein Straßenschild der Westkultur möchte, helfe ich gerne weiter.“

Das ist jedoch nur ein Beispiel ihrer Vermittlungsarbeit. Auch im Bereich der Immobiliensuche und Gewerbeanmeldung kann die Kontaktstelle weiterhelfen.

Zentrale Anlaufstelle wird genutzt

Zentrale Anlaufstelle für Anfragen an Elisabeth Hauck im Internet ist die im Juni gestartete Webseite www.kreativwirtschaft-leipzig.de .

Im Web können sich alle Interessierten über die Kreativwirtschaft in Leipzig informieren. Neben der Darstellung der sieben Subbranchen, einiger Kreativorte, einem Wegweiser mit hilfreichen Links und Zahlen- und Faktenmaterial, können User die Seite auch mitgestalten.

Über eine Blogrubrik können Kreative direkt berichten. So hat der Unternehmer Sven Deichfuß, der für drei Monate zu einem Start-up Bootcamp im Silicon Valley war, seine Eindrücke und Erfahrungen auf der Seite geteilt. Es gibt aber auch die Möglichkeit, Veranstaltungen zu posten und sich und sein Unternehmen im Almanach der Akteure darzustellen. Elisabeth Hauck koordiniert diese Seite selbst und ist dankbar für neue Informationen oder Veranstaltungshinweise rund um die Kreativwirtschaft

Zentrale Aufgabe Stärken sichtbar machen

In den vergangenen Monaten hat Elisabeth Hauck eigene Veranstaltungen durchgeführt. In Kooperation mit dem Branchenverein Kreatives Leipzig fanden so die Branchentreffen „Klub Konkret – Film“ und „Klub Konkret – Design“ statt. Bei beiden Veranstaltungen gab es einen regen Austausch zum Thema „Wie wir arbeiten und was wir wollen“. Hauck: „Es war interessant zu sehen, wie unterschiedlich nur allein die Design- von der Filmbranche ist. Die Filmleute sind es gewohnt, gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten und sind deshalb verstärkt auf Vernetzung angewiesen.

Die Designer arbeiten eher in kleinen Teams oder sogar allein an ihren Vorhaben. Für sie sind besonders die Akquise von neuen Projekten und der Kontakt zu anderen Branchen wichtig.

Hier zu unterstützen, hat sich Elisabeth Hauck auf die Fahnen geschrieben, damit mehr Kreative die Hilfe in Anspruch nehmen und so erfolgreich in ihre Unternehmungen starten. „Das Stärken und sichtbar machen der Branche gehört zu den wichtigsten Aufgaben.“ findet sie. Dabei sollen 2015 auch die Unternehmerreisen weiterhelfen. „Die Erschließung neuer Märkte ist für jedes Unternehmen ein wichtiger Schritt, den wir gerne unterstützen möchten.“ so Hauck.

Die Potenziale und Lösungsansätze zur Nutzung von Big Data Technologien waren Gegenstand
des 2015 erstmals ausgerichteten Industrie-Workshops des in Leipzig und Dresden angesiedelten Big-Data-Kompetenzzentrum ScaDS Dresden/Leipzig. Referenten von regionalen und überregionalen IT-Unternehmen (u.a. SAP und T-Systems) gaben Einblicke in Problemstellungen aus der Praxis.
1. Workshop an der Universität Leipzig
Von Dr. Eric Peukert

Im Begleitprogramm demonstrierten Wissenschaftler der Universität Leipzig Prototypen von ersten Forschungsergebnissen des Big-Data-Kompetenzzentrums. Der Workshop richtete sich an Interessierte an Big Data Technologien, insbesondere aus Unternehmen, mit denen auch bereits begonnenen Kooperationen des Kompetenzzentrums vertieft und ausgedehnt werden konnten. Für die über 50 Teilnehmer wurde dieser Freitag der 13. – entgegen dem Volksglauben – ein guter Tag. In spannenden Vorträgen und Diskussionen wurden verschiedene technische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Perspektiven für die Verarbeitung, Auswertung und Nutzung großer Datenmengen thematisiert und diskutiert.

Nach der Eröffnung durch den Workshop-Leiter Prof. Rahm und der Darstellung neuer Trends im Big Data-Umfeld durch Dr. Peukert von der Universität Leipzig, bekamen die Referenten aus der Wirtschaft das Wort.

Dr. Mattingley-Scott von IBM Deutschland GmbH zeigte anschaulich die tiefgreifenden gesellschaftlichen Auswirkungen datengestützter Geschäftsmodelle, gab aber auch Einblicke in die Nutzung neuer Technologien wie IBMs Watson für medizinische Anwendungen. Dr. Kirsche von der GfK berichtete den Teilnehmern von der Umsetzung einer Big-Data/Smart Data Architektur für die Marktforschung und zeigte, dass die GfK bereits ein Vorreiter datengetriebener Wertschöpfung ist. Dr. Jerzak vom SAP Innovation Center Network stellte eine Vision der zukünftigen Wissensarbeit vor die, mit den Trend Deep Learning großen Veränderungen unterliegen wird. Am Beispiel datengestützter Personalauswahl konnten die Teilnehmer verstehen, warum künftig deutlich mehr Frauen im Assessment für Entwicklerpositionen ausgewählt und eingestellt werden.

Nach der Mittagspause und einer ersten intensiven Diskussionen unter den Teilnehmern, drehte sich in der Präsentation von Herr Schmeißer von der mgm technology partners GmbH alles um Zeitstempel und die Sicherstellung reproduzierbarer Ergebnisse in Datenanalysen. Im Anschluss daran erläuterte Herr Stumpfegger von der CID GmbH anschaulich, welchen Stellenwert die Analyse unstrukturierter Textdaten, bspw. aus Nachrichtenmeldungen, in der Verarbeitung von Big Data spielen wird, inklusive einer ansprechenden Live-Demonstration.

Herr Fabritius von der T-Systems Multimedia Solutions berichtete über häufige Fragestellungen der Kunden im Rahmen von Big-Data-Projekten und gab hier die entsprechenden Antworten. Weiterhing gewährte er aufschlussreiche Einblicke und Perspektiven für die Nutzung von Predictive Analytics.
Den Abschluss bildete die Präsentation von Herrn Gabriel (Datameer GmbH) über ein Werkzeug zur Verknüpfung anwendernaher Excel-ähnlicher Interaktionstechniken mit skalierbaren Big Data Auswertungsmethoden.

Nach dem eigentlichen Workshop-Programm zeigten junge Wissenschaftler Forschungsprototypen aus den Bereichen Internet of Things, Datenintegration, Graphdatenanalysen und Wirtschaftsinformatik, die im ScaDS-Zentrum und den zugehörigen Lehrstühlen entstanden sind. Daneben wurde bei Kaffee und Kuchen in freundlicher Atmosphäre intensiv über Inhalte der Vorträge, Poster und Kooperationsmöglichkeiten diskutiert.

Die sehr positive Resonanz von Referenten und Teilnehmern ermutigt uns im nächsten Jahr eine Fortsetzung des Workshops zu planen und dieses Format zu einem festen Bestandteil in den Veranstaltungen des Big-Data-Kompetenzzentrums zu machen.

Das Big-Data-Kompetenzzentrum ScaDS (Competence Center for Scalabale Data Services and Solutions) Dresden/Leipzig, wird seit Oktober 2014 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Es adressiert unterschiedliche Forschungsschwerpunkte, u.a. zur Integration heterogener Daten, Wissensextraktion und visuellen Datenanalyse. Neben verschiedenen wissenschaftliche Anwenderbereichen (u.a. Lebenswissenschaften und Digital Humanities) werden auch die Herausforderungen in der Wirtschaft adressiert. Ein Servicezentrum hilft die Arbeiten zu koordinieren und steht für Anwender und Interessenten verschiedener Fachdisziplinen und Branchen als zentrale Anlaufstelle zur Nutzung von Big-Data-Technologien zur Verfügung. Durch den Aufbau des Servicezentrums und die Entwicklung von Big-Data-Diensten soll eine langfristige Sichtbarkeit und Nachhaltigkeit des Kompetenzzentrums erreicht werden.

Bildquelle: (c) Thomas Riegler_pixelio

Die Hafenbahn Baltic Port Rail Mukran GmbH (BPRM), eine Tochter der Fährhafen Sassnitz GmbH, zieht eine positive Zwischenbilanz für 2015. Neue Geschäftsbereiche konnten erschlossen und bereits bestehende ausgeweitet werden. Zudem sind wieder erste Aufträge im Russland-Geschäft zu verzeichnen.

Vermehrt ist BPRM auch außerhalb des Hafengeländes in Sassnitz-Mukran im Einsatz. Seit Anfang August fahren die Mitarbeiter der Hafenbahn Züge mit Kreide von Lancken auf Rügen nach Stralsund. Insgesamt drei Mal in der Woche werden je 2.000 Tonnen Kreide mit 30 Waggons (insgesamt 6.000 Tonnen pro Woche) transportiert. Für die Rückführung der leeren Waggons nach Lancken zeichnet sich ebenfalls die BPRM verantwortlich. Der Auftrag läuft noch bis Ende November. Im kommenden Jahr werden die Transporte von März bis einschließlich November ebenfalls von BPRM abgewickelt.

Harm Sievers, Geschäftsführer Baltic Port Rail Mukran GmbH, betont: „Wir sind längst mehr als eine Hafenbahn und bieten mittlerweile Eisenbahndienstleistungen auf ganz Rügen und in Vorpommern an.“ BPRM fungiert somit auch als Eisenbahnverkehrsunternehmen zur Entwicklung neuer Hinterlandverkehre für den Fährhafen Sassnitz.

Im durch die Krise stark eingebrochenen Geschäft mit Russland sind zuletzt positive Tendenzen spürbar. Nachdem der geregelte Fährbetrieb wieder aufgenommen wurde, erreichen regelmäßig Züge beispielsweise mit Eisentransporten den Fährhafen Sassnitz. Die Waggons werden von BPRM rangiert und die anschließende Verladung auf Lkw organisiert.

Im Schweden-Verkehr wurden auch in diesem Jahr wieder Züge des „Berlin Night Express“, der in den Sommermonaten zwischen Berlin und Malmö verkehrt, in Sassnitz-Mukran abgefertigt. Hinzu kamen Multimodal-Züge, die aus Trelleborg kommend den Hafen erreichten.

Ein mittlerweile fester Bestandteil im Fährhafen Sassnitz ist der Umschlag von Getreide. Rund ein Drittel des Getreides erreicht per Schiene den Hafen. BPRM ist hier für die termingerechte Bereitstellung, Abholung sowie Rangierdienstleistungen der Waggons am Entladeterminal verantwortlich.