Die neue Kontaktstelle Kreativwirtschaft Leipzig

Die Medien- und Kreativwirtschaft in Leipzig wächst seit Jahren und gehört somit zu einem der wichtigsten Wirtschaftsclustern der Stadt. Seit 2005 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in diesem Bereich um 20 % auf knapp 28.000 gestiegen. Fluch und Segen der Branche ist ihre Kleinteiligkeit und Diversität.

Sieben Subbranchen spiegeln Clustervielfalt

Denn unter dem Dach der Kreativwirtschaft tummeln sich sieben Subbranchen. Die Bandbreite reicht dabei vom Webprogrammierer über Filmemacher bis hin zum Möbeldesigner oder Musiker.

Dass jede Subbranche ihre eigenen Besonderheiten hat, weiß auch die neue Kontaktstelle Kreativwirtschaft, Elisabeth Hauck. Sie arbeitet seit April beim Amt für Wirtschaftsförderung im Team Medien- & Kreativwirtschaft. Hauck selbst kommt aus der Filmbranche, hat aber auch Theatererfahrung und im Literaturbereich gearbeitet: „Für meinen Einstieg war es gut, dass ich zumindest in einigen der Subbranchen mal gearbeitet habe“, erklärt die junge Frau im Gespräch, in dessen Verlauf man schnell merkt, dass sie mittlerweile mit allen Bereichen ganz gut vertraut ist.

Entstanden ist die neue Kontaktstelle aus dem EU-Projekt Creative Cities heraus. Von 2010 bis 2013 hat die Stadt Leipzig zusammen mit den Städten Ljubljana (Slowenien), Danzig (Polen), Genua (Italien) und Pécs (Ungarn) Best Practices verglichen und Bedarfe der Kreativwirtschaft vor Ort ausgelotet.

In diesem Rahmen wurde schon einmal eine Anlaufstelle für die Kreativen geschaffen. Das Feedback war gut und die Nachfrage hoch, so dass die Stadt beschloss, dies fortzuführen.

Beratung zu Mittelstandsförderprogramm

Mit der neuen Kontaktstelle ist nun eine langfristige Lösung geschaffen worden, die eine dauerhafte Anlaufstelle für alle Kreativen der Stadt bietet.

Im Vordergrund der Arbeit steht die Erstberatung für Existenzgründer, Bestandsunternehmen und Ansiedlungen in Leipzig.

Zudem berät Elisabeth Hauck zum seit Herbst 2013 laufenden Mittelstandsförderprogramm der Stadt Leipzig. Mit unterschiedlichen Maßnahmen unterstützt die Stadt mit dem Programm kleine und mittelständische Unternehmen.

Als erste Anlaufstelle für alle Belange der Kreativen ist auch die Vermittlung zu anderen Institutionen und Ämtern der Stadt Teil von Elisabeth Haucks Job: „Wenn jemand zum Beispiel wissen will, an wen man sich wenden muss, wenn man als Kreativort ein Straßenschild der Westkultur möchte, helfe ich gerne weiter.“

Das ist jedoch nur ein Beispiel ihrer Vermittlungsarbeit. Auch im Bereich der Immobiliensuche und Gewerbeanmeldung kann die Kontaktstelle weiterhelfen.

Zentrale Anlaufstelle wird genutzt

Zentrale Anlaufstelle für Anfragen an Elisabeth Hauck im Internet ist die im Juni gestartete Webseite www.kreativwirtschaft-leipzig.de .

Im Web können sich alle Interessierten über die Kreativwirtschaft in Leipzig informieren. Neben der Darstellung der sieben Subbranchen, einiger Kreativorte, einem Wegweiser mit hilfreichen Links und Zahlen- und Faktenmaterial, können User die Seite auch mitgestalten.

Über eine Blogrubrik können Kreative direkt berichten. So hat der Unternehmer Sven Deichfuß, der für drei Monate zu einem Start-up Bootcamp im Silicon Valley war, seine Eindrücke und Erfahrungen auf der Seite geteilt. Es gibt aber auch die Möglichkeit, Veranstaltungen zu posten und sich und sein Unternehmen im Almanach der Akteure darzustellen. Elisabeth Hauck koordiniert diese Seite selbst und ist dankbar für neue Informationen oder Veranstaltungshinweise rund um die Kreativwirtschaft

Zentrale Aufgabe Stärken sichtbar machen

In den vergangenen Monaten hat Elisabeth Hauck eigene Veranstaltungen durchgeführt. In Kooperation mit dem Branchenverein Kreatives Leipzig fanden so die Branchentreffen „Klub Konkret – Film“ und „Klub Konkret – Design“ statt. Bei beiden Veranstaltungen gab es einen regen Austausch zum Thema „Wie wir arbeiten und was wir wollen“. Hauck: „Es war interessant zu sehen, wie unterschiedlich nur allein die Design- von der Filmbranche ist. Die Filmleute sind es gewohnt, gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten und sind deshalb verstärkt auf Vernetzung angewiesen.

Die Designer arbeiten eher in kleinen Teams oder sogar allein an ihren Vorhaben. Für sie sind besonders die Akquise von neuen Projekten und der Kontakt zu anderen Branchen wichtig.

Hier zu unterstützen, hat sich Elisabeth Hauck auf die Fahnen geschrieben, damit mehr Kreative die Hilfe in Anspruch nehmen und so erfolgreich in ihre Unternehmungen starten. „Das Stärken und sichtbar machen der Branche gehört zu den wichtigsten Aufgaben.“ findet sie. Dabei sollen 2015 auch die Unternehmerreisen weiterhelfen. „Die Erschließung neuer Märkte ist für jedes Unternehmen ein wichtiger Schritt, den wir gerne unterstützen möchten.“ so Hauck.

Die Potenziale und Lösungsansätze zur Nutzung von Big Data Technologien waren Gegenstand
des 2015 erstmals ausgerichteten Industrie-Workshops des in Leipzig und Dresden angesiedelten Big-Data-Kompetenzzentrum ScaDS Dresden/Leipzig. Referenten von regionalen und überregionalen IT-Unternehmen (u.a. SAP und T-Systems) gaben Einblicke in Problemstellungen aus der Praxis.
1. Workshop an der Universität Leipzig
Von Dr. Eric Peukert

Im Begleitprogramm demonstrierten Wissenschaftler der Universität Leipzig Prototypen von ersten Forschungsergebnissen des Big-Data-Kompetenzzentrums. Der Workshop richtete sich an Interessierte an Big Data Technologien, insbesondere aus Unternehmen, mit denen auch bereits begonnenen Kooperationen des Kompetenzzentrums vertieft und ausgedehnt werden konnten. Für die über 50 Teilnehmer wurde dieser Freitag der 13. – entgegen dem Volksglauben – ein guter Tag. In spannenden Vorträgen und Diskussionen wurden verschiedene technische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Perspektiven für die Verarbeitung, Auswertung und Nutzung großer Datenmengen thematisiert und diskutiert.

Nach der Eröffnung durch den Workshop-Leiter Prof. Rahm und der Darstellung neuer Trends im Big Data-Umfeld durch Dr. Peukert von der Universität Leipzig, bekamen die Referenten aus der Wirtschaft das Wort.

Dr. Mattingley-Scott von IBM Deutschland GmbH zeigte anschaulich die tiefgreifenden gesellschaftlichen Auswirkungen datengestützter Geschäftsmodelle, gab aber auch Einblicke in die Nutzung neuer Technologien wie IBMs Watson für medizinische Anwendungen. Dr. Kirsche von der GfK berichtete den Teilnehmern von der Umsetzung einer Big-Data/Smart Data Architektur für die Marktforschung und zeigte, dass die GfK bereits ein Vorreiter datengetriebener Wertschöpfung ist. Dr. Jerzak vom SAP Innovation Center Network stellte eine Vision der zukünftigen Wissensarbeit vor die, mit den Trend Deep Learning großen Veränderungen unterliegen wird. Am Beispiel datengestützter Personalauswahl konnten die Teilnehmer verstehen, warum künftig deutlich mehr Frauen im Assessment für Entwicklerpositionen ausgewählt und eingestellt werden.

Nach der Mittagspause und einer ersten intensiven Diskussionen unter den Teilnehmern, drehte sich in der Präsentation von Herr Schmeißer von der mgm technology partners GmbH alles um Zeitstempel und die Sicherstellung reproduzierbarer Ergebnisse in Datenanalysen. Im Anschluss daran erläuterte Herr Stumpfegger von der CID GmbH anschaulich, welchen Stellenwert die Analyse unstrukturierter Textdaten, bspw. aus Nachrichtenmeldungen, in der Verarbeitung von Big Data spielen wird, inklusive einer ansprechenden Live-Demonstration.

Herr Fabritius von der T-Systems Multimedia Solutions berichtete über häufige Fragestellungen der Kunden im Rahmen von Big-Data-Projekten und gab hier die entsprechenden Antworten. Weiterhing gewährte er aufschlussreiche Einblicke und Perspektiven für die Nutzung von Predictive Analytics.
Den Abschluss bildete die Präsentation von Herrn Gabriel (Datameer GmbH) über ein Werkzeug zur Verknüpfung anwendernaher Excel-ähnlicher Interaktionstechniken mit skalierbaren Big Data Auswertungsmethoden.

Nach dem eigentlichen Workshop-Programm zeigten junge Wissenschaftler Forschungsprototypen aus den Bereichen Internet of Things, Datenintegration, Graphdatenanalysen und Wirtschaftsinformatik, die im ScaDS-Zentrum und den zugehörigen Lehrstühlen entstanden sind. Daneben wurde bei Kaffee und Kuchen in freundlicher Atmosphäre intensiv über Inhalte der Vorträge, Poster und Kooperationsmöglichkeiten diskutiert.

Die sehr positive Resonanz von Referenten und Teilnehmern ermutigt uns im nächsten Jahr eine Fortsetzung des Workshops zu planen und dieses Format zu einem festen Bestandteil in den Veranstaltungen des Big-Data-Kompetenzzentrums zu machen.

Das Big-Data-Kompetenzzentrum ScaDS (Competence Center for Scalabale Data Services and Solutions) Dresden/Leipzig, wird seit Oktober 2014 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Es adressiert unterschiedliche Forschungsschwerpunkte, u.a. zur Integration heterogener Daten, Wissensextraktion und visuellen Datenanalyse. Neben verschiedenen wissenschaftliche Anwenderbereichen (u.a. Lebenswissenschaften und Digital Humanities) werden auch die Herausforderungen in der Wirtschaft adressiert. Ein Servicezentrum hilft die Arbeiten zu koordinieren und steht für Anwender und Interessenten verschiedener Fachdisziplinen und Branchen als zentrale Anlaufstelle zur Nutzung von Big-Data-Technologien zur Verfügung. Durch den Aufbau des Servicezentrums und die Entwicklung von Big-Data-Diensten soll eine langfristige Sichtbarkeit und Nachhaltigkeit des Kompetenzzentrums erreicht werden.

Bildquelle: (c) Thomas Riegler_pixelio